Hackathon Handwerk die Zweite

Bereits zum zweiten Mal fand der vom Kompetenzzentrum Digitales Handwerk entwickelte Hackathon Handwerk statt.

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Dieses Mal in Frechen, wo rund 30 Teilnehmer am ersten Freitag im April zusammenkamen. Das Kick-off- Event fĂŒr den Hackathon fand bereits Ende Februar im Schloss Paffendorf in Bergheim statt. Dort entwickelten die Handwerker erste Ideen zu digitalen GeschĂ€ftsmodellen auf Grundlage des Internets der Dinge. Am Freitag stand dann im Haus der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft die praktische Phase an. Innerhalb von nur vier Stunden entwickelten die Handwerker ihre Ideen weiter und setzten diese mit Hilfe von Sensoren in die Tat um. Dabei bewegten sich plötzlich in einem unbekannten Gebiet, denn programmiert hatte von ihnen vorher noch niemand. UnterstĂŒtzt wurden sie dabei tatkrĂ€ftig vom „Cybernetics Lab IMA & IfU“ der RWTH Aachen und dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk aus Koblenz. „Es geht um Netzwerke. Allein kann man in der Digitalisierung nichts machen,“ sagt Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums in Koblenz. Deshalb kooperiert die Kreishandwerkerschaft auch eng mit der Wirtschaftsförderung Rhein- Erft zusammen, damit die Transformation des traditionellen Handwerks ins Digitale erfolgreich umgesetzt werden kann.

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Die Teilnehmer des zweiten Hackathons kamen aus unterschiedlichen Gewerken, sodass die Gruppen ebenso vielfĂ€ltig waren wie die Ergebnisse. So bauten Isabelle Monnerjahn und Hubert MĂŒller zusammen mit Studenten der RWTH Aachen einen Sensorbaustein, um dem Verfall der DenkmĂ€ler entgegenzuwirken und die Pflege dieser zu erleichtern. Dazu implementierten sie drei verschiedene Sensoren, die an drei Stellen im Bauwerk angebracht werden. Mittels Sensors an der Außenwand wird die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit gemessen, ein weiterer misst die Fugenfeuchtigkeit der Mauer und der dritte sitzt an der Innenseite des GebĂ€udes. Anhand der ausgelesenen Daten kann die Firma die DenkmĂ€ler optimal Warten „ohne, dass jemand ganz hoch in den Kirchturm steigen muss“, so Monnerjahn.

Einen Tisch weiter arbeiteten die BrĂŒder Wunderlich an einem intelligenten Haus. Die beiden Rohbauer implementierten vier Sensoren, die innerhalb eines Raums angebracht werden. Auf Grund des Messens der Luftfeuchtigkeit, Temperatur und sogar der Feinstaub- und Gas-Belastung können die perfekten Bedingungen fĂŒr den Raum und spĂ€terhin fĂŒr das gesamte Haus gewĂ€hrleistet werden. So benachrichtigen bspw. E-Mails ihre Besitzer ĂŒber die Zusammensetzung der Luft und senden bei Gefahr, wie Feuer oder Gas, direkt eine Nachricht an die Feuerwehr.

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WĂ€hrenddessen programmierte die Dachdeckermeisterin Marion Meissner zusammen mit Student Alex einen Sensor, so dass „die Regenrinne den Dachdecker ruft“, wenn sie verstopft ist. Gewichtssensoren wurden an einen Niederschlagsmesser gekoppelt, um die Niederschlagshöhe auf dem Dach zu messen. Bleibt der Regen aus, ist das Gewicht auf dem Dach konstant niedrig. Bei RegenfĂ€llen kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einem starken Gewichtsanstieg, was jedoch kein Problem darstellt, sondern völlig normal ist. Erst wenn kein Niederschlag zu verzeichnen ist, aber das Gewicht auf dem Dach konstant erhöht bleibt, schlĂ€gt der Sensor Alarm und benachrichtigt sowohl den EigentĂŒmer als auch die Dachdeckermeisterin.

Ebenfalls mit dem Thema Wasser beschĂ€ftigte sich das Team um Brigitte Nothelfer. Bei ihnen ging es jedoch nicht um den Wassereintritt von außerhalb, sondern um die Trocknung nach Brand- und Wasserschaden. Sie konzipierten eine Hilfestellung fĂŒr die TrocknungsgerĂ€te hinsichtlich der Feuchtigkeit von Böden und WĂ€nden. Verschiedene Sensoren messen sowohl die aus dem TrockengerĂ€t austretende Luft als auch die punktuelle Feuchtigkeit an beschĂ€digten Stellen. Um den Fortschritt der Trocknung zu visualisieren brachte das Team eine LED- Einheit fĂŒr den Kunden an. „Was man sieht, kann man verstehen,“ so Frau Nothelfer. Diese Lösung sei nicht nur fĂŒr die Firma eine enorme Erleichterung, sondern auch fĂŒr die Kunden und sogar die Versicherung. Die Firma spart unnötige Kontrollfahrten zum Kunden, weil die ausgelesenen Daten direkt an den zustĂ€ndigen Techniker geleitet werden. Der Kunde bleibt immer auf dem neuesten Stand, wie lang er die GerĂ€te noch laufen zu lassen hat. LĂ€sst er die GerĂ€te weniger als die angegebenen Stunden eingeschaltet, erhöht sich der Stromverbrauch, die Kosten werden angepasst und die Versicherung erhĂ€lt einen genauen Ablauf ĂŒber die Trocknungszeiten und -kosten. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hackathons Handwerk waren allesamt begeistert und wollen weiter an ihren Ideen feilen. Auch die Förderer und UnterstĂŒtzer zeigten sich sehr zufrieden, wie z-B. Dr. Phil Friedrichsmeier von Wirtschaftsförderung Rhein-Erft und wagte, bereits einen Blick in die Zukunft: „Das war nicht der letzte Hackathon fĂŒr uns.“ 

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Was ist eigentlich ein Hackathon?

Das Wort setzt sich zusammen aus den Begriffen „to hack und „Marathon“. Dabei geht es allerdings nicht darum Schaden anzurichten, sondern GeschĂ€ftsmodelle und -ideen in kurzer Zeit zu programmieren – deshalb auch der Begriff Marathon. Die Idee einen Hackathon fĂŒr das Handwerk ins Leben zu rufen entstand in Rahmen des BarCamps Koblenz. 

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Wer sich die Veranstaltung ansehen will, kann dies auf dem Facebook-Kanal des Hackathon Handwerk tun. Das Video lĂ€sst sich unter https://www.facebook.com/HackathonHandwerk abrufen.