Christoph Krause @servicerebell Koblenz - Hackathon Handwerk - Hackathon Handwerk „IoT-meister[n]“ gestartet -

Hackathon Handwerk „IoT-meister[n]“ gestartet

Ideen und Projekte der gemischten Praktikerteams werden am 21. Januar 2020 fertig- und vorgestellt

Kann ein Handwerker Reparaturbedarf erkennen, ohne persönlich vor Ort zu sein? Selbstverständlich – mittels smarter Sensoren. Die Sensortechnologie steht im Fokus des “Internet der Dinge” (Internet of Things oder IoT). Gemeint ist damit, dass Gegenstände sowohl mit Personen als auch mit anderen Geräten über das Internet kommunizieren.

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Wie Handwerksbetriebe sich die neue Welt des Internet der Dinge erobern und ihren Kunden damit einen Mehrwert bieten können, das testet derzeit ein zweitägiger Doppel-Workshop „IoT-meister[n]“ in der Handwerkskammer Düsseldorf aus. Die Kammer hatte dazu über ihr Netzwerk interessierte Handwerker eingeladen, gemeinsam mit spezialisierten IT-Experten und Betriebsberatern an neuartigen Konzepten für drahtlose Sensorsysteme zu arbeiten und Lösungen zu entwickeln, die vor allem in der Überwachung von technischen Anlagen bedeutsam werden könnten. „Kein anderer Wirtschaftsbereich ist dichter dran an den Technischen Netzen und Gebäuden, Maschinen und Fahrzeugen seiner Kunden und deren Bedürfnissen nach Synthese dieser Funktionen und Betriebssicherheit als das Handwerk. Wir wollen zeigen, dass datengetriebene Optimierungen und Geschäftsmodelle kein Hexenwerk sind, sondern durchaus einfach zu erstellen, kostengünstig und trotzdem durchschlagend“, erläuterte Kammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Fuhrmann zur Eröffnung die Zielsetzung näher.

53 Praktiker aus 46 Unternehmen haben sich auf das Angebot eines temporären Erfinder-Labors in der Kammer eingelassen. Sie machten sich unter griffiger Moderation von Christoph Krause, Projektleiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk Prozessdigitalisierung zunächst in einem Crashkurs mit den Grundlagen und Möglichkeiten des Internets der Dinge vertraut. Anschließend tüftelten Teilnehmergruppen in zwölf gemischt besetzten Einzelteams Ideen für mögliche eigene Geschäftsmodelle aus, die sie anschließend dem Plenum präsentierten. Im zweiten Teil des Workshops weiterverfolgt werden nun beispielsweise Lösungsansätze für ein Datenlogging für Heizungen im Fall von Abweichungen vom Soll-Wert, eine Fernüberwachung auf Feuchtigkeitsaustritt für Nasszellen, „intelligente“, verschleißanzeigende Tür- und Fenstergriffe, ein Schimmel-Detektor für denkmalgeschützte Altbauten, das `vollautomatische Gewächshaus´ und ein Materialschwächesensor für Metalloberflächen.

Im Folge-Workshop am 21. Januar 2020 wird es dann ernst: für die jeweiligen Projekte ausgewählte Sensoren sollen die benötigten Daten an passend konstruierten Einsatzorten sammeln, welche per Funkstandard LoRaWAN an eine Web-Oberfläche übermittelt werden. Die Messfühler werden dann mit Raspberry Pi-Rechnern zusammengeschaltet, ein geeignetes Betriebssystem wird aufgespielt, das die versammelten Praktiker und Techniker anschließend konfigurieren und mit Definitionen für die Verarbeitung der Daten versehen. Die Programmierung der Projekte wird auf einer Plattform und mithilfe erfahrener Mitarbeiter der Bergischen Universität Wuppertal erfolgen. “Der Auftakttag war äußerst ergiebig. Wir sind an einer ganzen Reihe innovativer Geschäftsideen dran, die Hand und Fuß haben. Am Ende des IoT-Workshops dürften durchaus mehrere funktionsfähige Prototypen stehen“, fasste Digitalisierungs-Berater Tobias Werthwein, Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) der HWK, der die modellhafte Veranstaltung maßgeblich organisiert, seine bisherigen Eindrücke zusammen.

Text: Alexander Konrad, Bilder: HWK Düsseldorf