Christoph Krause @servicerebell Koblenz - Bühne - Zukunft der Arbeit -

Zukunft der Arbeit

Wenn radikale Veränderungen zu unserem täglichen Begleiter werden.

IoT, KI, Bots und Blockchain – unsere Arbeitswelt wird immer komplexer und die Warnungen vor dem Verlust der Arbeit durch die digitale Transformation werden lauter. Mein Rat: Keine Angst haben, verstehen und jetzt anfangen zu gestalten!

1. Helfen lassen

So wie unsere Großeltern sich durch technische Lösungen vom händischen Ackerbau verabschiedet haben, so werden sich folgende Generationen von standardisierten Arbeitsabläufen befreien. Digitale Assistenzsysteme machen es schon heute möglich sich allerlei Arbeit vom Halse zu halten. Oder wann haben Sie das letzt mal den Atlas zur Reiseplanung aus dem Kofferraum gehieft? So wie der Atlas und die damit einhergehende händische Suche entfallen ist, so werden nun immer mehr tägliche Prozesse in Softwaresysteme aufgelöst. Traurig? Nein! Wenn wir es schaffen unsere Kollegen und Mitmenschen auf diese Reise mitzunehmen. Und ja – auch die Arbeit mit den Händen wird gerade durch die Digitalisierung eine Renaissance und neue Wertschätzung erleben.

Das heißt für Unternehmen: Angst nehmen; die digitale Transformation mit den Mitarbeitern beginnen; Erlebnisräume schaffen, in denen eigene digitale Erfahrungen gemacht werden können; Mitarbeiter bilden, schulen und coachen und eine digitale Vision vom Unternehmen verständlich kommunizieren.

Das heißt für Mitarbeiter: Offen sein; abteilungsübergreifend denken und kommunizieren; jeden Freitag einen neuen digitalen Begriff erlernen; selbständig neue Prozesse erdenken, verbessern und digitalisieren.

2. Vom Lernen und Ausmisten

Die digitale Transformation zwingt uns täglich neue Dinge zu begreifen und anzuwenden. Gut. Das war schon immer so, jedoch wird die Taktfrequenz immer schneller. Wo Neues rein soll, muss Altes raus! Vorbei die Zeit wo wir wie unsere Vorfahren das Wissen eines ganzen Lebens auf einer Festplatte speichern konnten. Das heißt wir müssen hier unsere Herangehensweise an unsere Arbeits- und Lebenswelten erneut anpassen.

Das heißt für Unternehmen: Sich dem Thema Wissensmanagement im Tiefgang zu widmen; nutzerfreundliche Softwaresysteme zur Unterstützung der Mitarbeiter aufzubauen und vor allem zum Leben zu erwecken; eine Lern- und Fehlerkultur im Unternehmen zu etablieren.

Das heißt für Mitarbeiter: Das “Verlernen” lieben zu lernen; sich ein System zur Wissensablage und des Findens aufzubauen; sein Wissen konsequent zu teilen; die Lust am ständigen Wandel zu erfahren und deutlich mehr zu experimentieren.

3. Konzentration zu erlangen

Schaut man in die deutsche Bürolandschaft oder auf die Baustellen des Landes, meint man die Gesellschaft “verdaddelt” ihre schöne Zeit. Und ja: die Unterhaltungsriesen wie Facebook, Google und Amazon machen es uns nicht unbedingt leichter die nötige Konzentration und Sorgfalt in den Arbeitsprozessen zu behalten, die uns weiter bringt. Und hier kommt der noch große Unterschied zwischen uns Menschen und den digitalen Systemen. Wir könnten sofort handeln! Auf gehts!

Das heißt für Unternehmen: Offenheit im Umgang mit digitalen Werkzeugen; Bildung der Mitarbeiter zu den Themen Agiles Arbeiten und Zeitmanagement.

Das heißt für Mitarbeiter: Anpassung der Rituale an die digitale Arbeitswelt; entspannende Phasen einbauen; fortlaufende Anpassung der eigenen digitalen Werkzeuge.

4. Vom Mitarbeiter zum Intrapreneur

Bitte was? Intrapeneuer? Der klassische Karriereweg durch die Treppenhäuser der Unternehmen wird mit der digitalen Transformation sein Ende finden. Der Beseitigung des mittleren Management und der Schaffung von agilen übergreifenden Teams gehört die Zukunft. Zukünftig sind diejenigen gefragt, die mit eigenen Ideen und in offener Zusammenarbeit mit den Kollegen den Wert der Unternehmung steigern. Der klassische Mitarbeiter wird immer mehr zum Unternehmer im Unternehmen.

Das heißt für die Unternehmen: Kultur des interdisziplinären Miteinanders etablieren; Ideen- und Umsetzungsräume bereitstellen; Kollaborationswerkzeuge einsetzten; neue Wertschätzungssysteme entwickeln und umsetzten.

Das heißt für Mitarbeiter: Fehler lieben lernen; offen kommunizieren; Ideen einbringen wo immer es geht; private Erfahrungen von Außen viel stärker in die Arbeitswelt einfließen lassen.

5. Vom Schmerzensgeld zur Lust an der Arbeit

Fachkräftemangel. Ja richtig. Viele Weichen der Vergangenheit haben wir alle gemeinsam nicht richtig gestellt. Nun ist Sie da: die verzweifelte Suche nach den Menschen, die mit Ihrem Wissen um die Digitalisierung unsere Unternehmen nach vorne bringen. Mehr zahlen heißt da so oft der reflexartige Beitrag. Sicher eine wertschätzende Bezahlung ist die Grundlage. Unternehmenskultur, familiäre Kommunikation, Zugang zu echter digitaler Bildung, flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodelle, mobiles Arbeiten und technologische Ausstattung sind wichtige Stellschrauben zum Erfolg. Wird dies ehrlich gelebt, dann gilt es auch darüber nach außen zu kommunizieren.

Das heißt für Unternehmen: Bildungsangebote entwickeln und kommunizieren; mobiles Arbeiten mit Technologie und Werkzeugen unterstützen; Vertrauen in neuen Arbeitszeitmodellen aufbauen.

Das heißt für Mitarbeiter: Verantwortungsvoller Umgang mit der neuen Flexibilität; eigenes Gesundheitsmanagement; Offenheit für neue Technologien und digitale Werkzeuge; Wertschätzung und Nutzung von IT-Sicherheitssystemen.

6. Agiles Lernen bei der Arbeit

Die aktuell noch etablierten formalen Bildungssysteme sind sicher eine gute Grundlage für unsere aktuellen Tätigkeiten. Jedoch wird uns der digitale Wandel zu neuen agilen und persönlichen Lernumgebungen- und Werkzeugen zwingen. Weg vom Denken in Abschlüssen hin zu einem begleitenden Lernen in Modulen. Plattformen wie edx.orgudacity.comcoursera.org oder creativelive.com machen vor, wie lebenslange Weiterbildung organisiert und angewendet werden kann. Also hinsetzen und das eigene Curriculum entwickeln und umsetzten.

Das heißt für Unternehmen: Flexible Lernzeiten organisieren; ein offenes Bildungsgehalt einführen; Lern- und Experimentallabore ausstatten; Bildungszertifikate digital verwalten und sharen.

Das heißt für Mitarbeiter: Eigenes Curriculum entwickeln und digital managen; Wissen aufbauen um digitale Lernplattformen zu nutzen; Zeitmanagement   zu etablieren für Freiräume zum Lernen zu nutzen.

7. Wie Designer denken lernen

Designer können nichts richtig, wird ab und zu gelästert. Sie haben jedoch etwas für die digitale Transformation sehr relevantes gelernt. Das Handwerk aus    bekannten Welten Dinge zu extrahieren und zu neuen Systemen zusammenzusetzen. Ein kreatives Handwerkszeug also, welches die Grundlage zukünftiger Arbeit kennzeichnen wird. Wenn digitale Assistenzsysteme unsere Standardaufgaben immer mehr übernehmen werden, sind wir mehr denn je die Erdenker und Verbesserer der Systeme selbst. Das heißt jeden Tag Neues zu entdecken, zu gestalten und anzuwenden. Also auf zur zielgerichteten Navigationskompetenz, Prozessdenken und Kreativität.

Das heißt für Unternehmen: Angebote bereitstellen zu Methoden wie Design Thinking, agilem Entwickeln und Prozessdigitalisierung; Etablierung von Teams, die über die Abteilungen hinweg aktiv werden; Beteiligungen und Gründungen von StartUps im und außerhalb der Unternehmen.

Das heißt für Mitarbeiter: Methodenkoffer zum Design Thinking erarbeiten und anwenden; agile Methoden und digitale Werkzeuge beherrschen lernen; Prozessdigitalisierung als Chance begreifen.

Also lasst uns gemeinsam unsere neuen Arbeitswelten bauen und unsere Kollegen dazu einladen, dem Wandel offen zu begegnen. Nicht Berufe werden durch die digitale Transformation einfach verschwinden, sondern unsere Tätigkeiten werden sich massiv verändern. Und diesen Wandel kann jeder einzelne von uns aktiv gestalten.