3 Tage IFH. Meine ehrliche Bilanz. Der beste Indikator für eine Messe sind nicht die Pressemitteilungen. Es sind die Stuhlreihen. Mehr als 30 Fachvorträge im IFH/Intherm FORUM – täglich von 10 bis 16:30 Uhr, ein Thema im Halbstundentakt. Ich habe genau hingeschaut, wann die Reihen voll waren. Und wann sie sich lichteten.
Voll: KI im Handwerk. Das kenne ich. Rappelvoll: Das Gebäudemodernisierungsgesetz. Mit dem GMG hat die Bundesregierung einen Kurswechsel in der Wärmepolitik angekündigt. Mehr Technologieoffenheit, weniger Regulierung. Das elektrisiert die SHK-Branche gerade wie kaum ein anderes Thema. Endlich Planungssicherheit? Oder neues Chaos? Die Leute wollten Antworten.
Das ist kein Zufall. Der anhaltende Fachkräftemangel stellt viele Betriebe vor praktische Herausforderungen. Themen wie Systemintegration, Automation und Digitalisierung gewinnen massiv an Bedeutung. Die Branche sucht Antworten auf echte Probleme.
Aber die eigentliche Messe findet abends statt. Bayerisches Bier. Laute Tische. Ehrliche Gespräche. Da erzählt dann SHK-Unternehmer Michael Hoppe von seinen nächtlichen Sessions mit Claude Cowork und Code. Wie er nachts um 23 Uhr Ideen baut, die er sich vor zwei Jahren noch nicht vorstellen konnte. „Ich kann mir das jetzt einfach bauen.“ Kein Programmierer. Kein Budget für eine Agentur. Einfach machen. Dazu die leuchtenden Augen. Herrlich. Er hat auch gerade mit Niklas Palm eine Podcastfolge aufgenommen. Hört mal rein: https://lnkd.in/d39jjw5r
Genau da liegt der Unterschied, den ich auf jeder Messe beobachte. Die einen fragen: Was bringt das? Was kostet das? Wer haftet? Die anderen fragen: Wie fange ich an? Beide haben dieselben Informationen. Beide sitzen in denselben Vorträgen. Aber die einen sehen Risiken, die anderen sehen Werkzeuge, ihre Zukunft zu gestalten.
Im Bordbistro zurück an den Rhein spricht dich dann die nächste Generation Handwerk an. Florian Zirkelbach übernimmt gerade das elterliche SHK-Unternehmen der Eltern. Die Studierenden kommen zurück ins Handwerk. Voller Mut, das Handwerk weiter zu bauen. Ich sage dem Handwerk noch große Zeiten voraus.