Warum sparen so viele Unternehmen ausgerechnet beim Nachwuchs zuerst?
Einstiegsjobs und Einstiegsprozesse werden gestrichen. Zugunsten von KI. Die ersten Zahlen zeigen es.
Das ist eine absolute Fehleinschätzung. Gestern war ich bei der Bundesagentur für Arbeit in der Regionaldirektion Halle. Eine Frage kam dort immer wieder auf: Wenn die KI heute die Aufgaben der Einsteiger übernimmt, woher kommen dann morgen die Erfahrenen?
Genau hier liegt der Denkfehler. Wer unten nichts mehr reinholt, verbaut sich oben das Potenzial. Bei den Großen passiert das schon. Weniger Praktikanten. Weniger Trainees. Weniger Werkstudierende. Bei den Informatikern sehen wir die ersten Freisetzungen aus den alten Tätigkeiten.
Im Handwerk bin ich da zwar entspannter. Unsere duale oder besser triales Ausbildung ist fest im Gesetz und in der Kultur verankert. Vom Gesellen zum Meister. Aber reicht das?
Bis 2030 rechnen wir im Handwerk mit einer wachsenden Lücke von 350.000 Handwerkerinnen und Handwerkern. Und jetzt mal ehrlich: Wie lange warten wir heute schon auf einen Handwerker? Wenn wir den Nachwuchs jetzt nicht aufbauen, fehlt er uns in sechs bis zehn Jahren. Genau dann, wenn die Boomer auf und davon sind und die Lücke voll durchschlägt. Das ist keine ferne Zukunft.
KI ist nicht das Problem. KI kann sogar die Antwort auf unsere Demografie sein. Aber nur als Verstärkung. Nicht als Ersatz für den Menschen, der morgen den Betrieb trägt.
Wer heute den Einstieg streicht, spart an der teuersten Stelle.
Danke für den netten Empfang und den guten Austausch im schönen Halle. #Zukunft #Mittelstand #Handwerk #EinfachMachen Markus Behrens Torsten Narr Dorit Seebo