Mein Rückblick auf das #Barcamp von 81fünf in Dresden: Was bewegt eine der wichtigsten Zukunftsbranchen des Bauens?
Beim Barcamp trafen sich Experten aus Holzbau, Industrie, Planung, Architektur und der digitalen Welt. Sechs Räume, ein Sessionboard und los ging es.
Meine erste Frage: Wer war schon einmal auf einem Barcamp? Die Quote hier: ca. 20%. Also erklärte ich kurz, was ein Barcamp ausmacht. Es gibt keine Zuschauer, nur Teilnehmer. Jeder kann eine Session vorschlagen, und die Teilnehmer entscheiden, was gemacht wird. Es gibt keine Keynotes, sondern gemeinsames Erarbeiten der Themen. Jeder Sessionteilnehmer fasst die Ergebnisse kurz zusammen.
Gesagt, getan und schon waren 22 Sessions am Start. Wer hätte es gedacht? Vier von 22 Sessions drehten sich um das Thema KI. Am Ende kann ich sagen: Gut so. Denn es gibt noch viel zu tun. Schnittstellen fehlen, KI-Betriebssysteme sind kaum etabliert, die Datenqualität ist eine Mammutaufgabe, und Ideen für Use Cases müssen geschärft werden. Vor allem fehlt es an Zeit und Kompetenzen in den Unternehmen. Hier hilft nur eins: Erkennen und Vollgas geben.
Die zweite Gruppe der Sessions drehte sich um Prozesse, Digitalisierung und technische Fragen. Wie verändert sich der Vertrieb? Was kann Social Media heute noch leisten? Wie funktioniert Multiprojektmanagement, und was lassen wir in der täglichen Arbeit mit 365 liegen, obwohl die Tools es hergeben würden?
Die dritte Gruppe behandelte weiche Faktoren: Mutiges Führen oder Führen als Entlastung, Mitarbeitermotivation, Ablenkung und konzentriertes Arbeiten. Alles brennende Themen. Besonders die letzte Session zeigte das: 60 Milliarden Euro verbrennt die deutsche Wirtschaft jährlich durch digitale Ablenkung. Die Gruppe untersuchte, wie das Gehirn damit umgeht, und erstellte Checklisten und Selbstreflexionsfragen.
Was nehme ich noch mit? Die KI-Transformation im Handwerk werden wir nur gemeinsam mit den Softwareherstellern der Handwerkersoftware bewältigen können. Die Zeit ist knapp, und die Zahl der Unternehmen zu groß, um sie einzeln zu unterstützen. Cool, dass die Cadwork Holz AG das verstanden hat. Sie waren da. Cadwork hat eine MCP-Schnittstelle gebaut, über die fremde KI-Systeme mit dem Programm arbeiten, Daten lesen und Aufgaben anstoßen können. In dieser Branche ist das noch keine Selbstverständlichkeit, und genau deshalb ist es der Maßstab.
Ein großes Dankeschön an die Crew von der 81fünf high-tech & holzbau AG. Erstens für das Wagnis, etwas Neues auszuprobieren. Für eine klasse Organisation und eine tolle Stimmung. Vor allem aber danke für den Ansatz, alle mit ins Boot zu holen und ein starkes Netzwerk zu bauen. Nur so können wir die Zukunftsthemen angehen. Wir sehen auf den nächsten Barcamps in Lindau und Hamburg.
Danke auch an die Sponsoren. Ohne euch wäre das nicht möglich. Gira, Würth Deutschland, pro clima - MOLL bauökologische Produkte GmbH, Cadwork Holz AG, ISOCELL GmbH & Co KG