Vier Barcamps sind in der Pipeline

Vier Barcamps sind in der Pipeline

Die Barcamp-Zeit beginnt nun wieder. Vier Barcampformate warten auf die Holzbranche. Wir beginnen am 18.09.2026 in Dresden mit einem Barcamp für die Community der 81fünf high-tech & holzbau AG. Dann geht es an den Bodensee. Dort warten die Zimmerer in Lindau am 10.10.2026 mit einem Barcamp auf dem Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbetag 2026 „Holzbau schafft Zukunft“ auf. Dann auf in den Norden. In Hamburg findet in diesem Jahr am 26.11.2026 das Barcamp von Holzbau Deutschland statt. https://www.holzbau-veranstaltungen.de/autogenerated-135/holzbau-barcamp-2026

Im neuen Jahr soll dann die große Barcamp-Legende Inno4Wood wieder im Allgäu an den Start gehen. Die Planungen haben gerade begonnen. Hier ein Einblick in die Atmosphäre eines Barcamps für Mittelstand und Handwerk.

Inno4Wood Barcamp im Allgäu

Doch was macht ein Barcamp aus?

Freitagmorgen. Vorn hängt eine Pinnwand, und sie ist leer. Davor stehen rund 250 Menschen: Zimmerer, Säger, Förster, Architektinnen. Daneben Entwickler, Designerinnen, IT‑Leute. Kein Programm, keine Rednerliste, kein Sponsorenvortrag um elf.

Für eine Betriebsinhaberin ist das erst mal eine Zumutung. Zwei Tage raus aus dem Betrieb, und keiner sagt einem vorher, was passiert. Dann geht der Erste nach vorn, schreibt sein Problem auf eine Karte und pinnt sie an die Wand. Einer folgt, dann zehn. Bis Mittag hängen dort 43 Sessions.

Ab da passiert, was auf keiner Messe passiert. Der Schreiner schildert seinen Ärger mit dem Aufmaß so, wie er sich im Alltag anfühlt, und nicht als Use Case aus dem Pitchdeck. Der Entwickler hört zum ersten Mal, wie ein echtes Problem klingt. Beide reden auf Augenhöhe, weil es keine Bühne gibt, von der herab geredet wird. Wer vorn steht, will etwas erzählen und nichts verkaufen.

Wie ein Barcamp funktioniert

1. Geduzt wird immer. Vom Azubi bis zum Geschäftsführer, vom Professor bis zum Praktikanten. Das ist keine Kumpelei, sondern eine Abkürzung. Wer sich siezt, sortiert sich zuerst nach Rang und redet erst danach über die Sache.

2. Der Sessionplan entsteht morgens. Kein Programmkomitee, keine Einladung an Referenten, keine Absprachen im Vorfeld. Wer ein Thema hat, stellt es kurz vor, bekommt eine Karte und einen Raum. Der Stundenplan hängt spätestens um halb elf.

3. Es gibt keine Zuschauer. Auf einem Barcamp heißen die Leute nicht Teilnehmer, sondern Teilgeber. Jeder bringt etwas mit: eine Frage, ein Problem, eine Lösung, eine Erfahrung. Wer nur konsumieren will, ist auf einem Kongress besser aufgehoben.

4. Name und drei Hashtags. Die Vorstellungsrunde besteht aus dem Vornamen und drei Stichworten. Nicht Firma, Titel, Abteilung. Das dauert bei 250 Leuten keine Viertelstunde und man findet in der Pause trotzdem die richtigen Gesprächspartner.

5. Eine Session ist kein Vortrag. Man darf auch ohne Antwort nach vorn. „Ich habe ein Problem und suche Leute, die es kennen“ ist eine vollkommen normale Session und oft die beste des Tages.

6. Das Gesetz der zwei Füße. Wenn du in einer Session weder etwas lernst noch etwas beitragen kannst, stehst du auf und gehst. Ohne Entschuldigung, ohne schlechtes Gewissen. Das ist ausdrücklich erwünscht und schützt beide Seiten.

7. Sponsoren zahlen, sie reden nicht. Firmen dürfen unterstützen, aber keine Bühnenzeit kaufen. Wer als Anbieter kommt, macht eine Session wie alle anderen und wird an ihrem Inhalt gemessen.

8. Was passiert, wird geteilt. Fotos, Notizen, ein gemeinsamer Hashtag, ein Pad pro Session. So haben auch die etwas davon, die nicht da waren, und man findet die Ergebnisse ein halbes Jahr später wieder.

9. Die Pausen sind Programm. Beim Kaffee entstehen die Kooperationen. Deshalb sind die Pausen bei guten Barcamps lang und die Sessions kurz.

10. Neulinge sind die wichtigsten Gäste. Die Frage, die sich sonst keiner mehr zu stellen traut, kommt fast immer von jemandem, der zum ersten Mal da ist.

Also auf. Sucht euch ein spannendes Barcamp und baut die Zukunft einfach selbst mit.