Demokratie mit Werkzeugkoffer

Demokratie mit Werkzeugkoffer

Es gibt Abende mit dem Handwerk, die man nicht vergisst. Der vergangene Samstag auf Schwanenwerder war so einer. Hier mein Recap.

Die Handwerksjunioren Deutschland feierten ihr 70-jähriges Jubiläum, und ich war eingeladen, über Zukunft, Innovation, KI und Robotik zu sprechen. Die Feier fand in einem Haus statt, das Reinhold Würth ( Würth Deutschland ) als Ort für Demokratie und Begegnung von Kultur, Wirtschaft und Politik geschaffen hat. Es steht auf einer Insel am Wannsee. Ein mehr als geschichtsträchtiger Ort.

Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt mit jungen Handwerkerinnen und Handwerkern. Die Stimmung brodelte von Anfang an. Auf der Bühne waren First Lady Elke Büdenbender, Schirmherrin der dualen Ausbildung, der Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Jörg Dittrich und Johannes Schmalzl, Leiter der Würth Repräsentanz Berlin und Brüssel.

Besonders beeindruckt hat mich die Rede von Jörg Dittrich. Er stellte auch unbequeme Fragen: Ist die junge Generation laut genug? Benennen wir die Dinge konkret genug? Packen wir die nötigen Veränderungen wirklich an? Und dann die Frage, die mich bis ins Hotel begleitete: Wenn das Vertrauen in die Politik immer weiter sinkt, wer füllt diese Lücke?

Seine Antwort: Wir. Das Handwerk. Kaum eine Branche ist so gut selbst organisiert. Kammern, Kreishandwerkerschaften, Innungen und Verbände. ERFA-Gruppen, Unternehmerfrauen im Handwerk, Handwerksjunioren und unzählige regionale Netzwerke. Dazu kommen eine starke Handwerksindustrie, ein starker Handel und mehr als 200 Startups im CraftTech-Bereich. In diesem Geflecht wird jeden Tag gestritten und entschieden. Demokratie mit Werkzeugkoffer, wenn man so will.

Darum ging es auch in meinem Beitrag. KI und Robotik sind in ersten Betrieben längst angekommen. Spannend wird, wer sie dort ausprobiert, verwirft, verbessert und am Ende klug einsetzt. Die Leute dafür saßen an diesem Abend im Saal. Es sind die Vordenkerinnen und Vordenker die mit ihren Innovationen die Zukunft sichern.

Zwei von ihnen die sich im Ehrenamt besonders engagieren standen im Mittelpunkt. Die Handwerksjunioren vergaben zum ersten Mal die Auszeichnung „Junghandwerkerin 2026“ und „Junghandwerker 2026“. Gewonnen haben Aminata Amoruso (25) und Justus Brandt (27). Herzlichen Glückwunsch euch beiden! Und danke an den ganzen Bundesvorstand für diesen Abend. Euer Motto „Wir packen es an“ war in jeder Ecke spürbar. Hammer und bitte mehr davon!