Die Zukunft des Bäckerhandwerks

Die Zukunft des Bäckerhandwerks

Ich saß im Planetarium Bochum, über mir drehte sich der Sternenhimmel, und Prof. Dr. Susanne Hüttemeister erzählte, dass unsere Sonne noch Milliarden Jahre vor sich hat. Da wirkt die eigene Quartalsplanung plötzlich recht übersichtlich.

WEITBLICK 2026 hieß der Tag. Die Bäcker hatten geladen, einen besseren Ort für diesen Titel kenne ich kaum. Zwei Impulse nehme ich mit nach Hause.

Stefan Agethen sammelt auf einer Plattform für den Bäckerinnungsverband WEST die Daten von bisher 58 Bäckereien. Kasse, Abrechnung, Lieferungen, die betriebswirtschaftlichen Datenberge, anonymisiert und datenschutzkonform. Daraus entsteht ein Bild der Branche, das kein Betrieb allein zeichnen könnte. Wer verliert, und warum? Wer gewinnt? In welche Themen lohnt es sich zu investieren?

Im Handwerk hüten wir unsere Zahlen wie das Sauerteigrezept der Großmutter. Verständlich, nur lernt so jeder für sich allein. Man stelle sich das für alle Gewerke vor, mit Tausenden Betrieben. Das wäre ein Schatz. Auch für eine KI, die endlich mit echten Handwerksdaten rechnet.

Samuel Fischer brachte etwas ganz anderes auf die Bühne. Er fährt Ultra-Radrennen, bis zu 50 Stunden ohne Schlaf. Über die Alpen, einmal um Sachsen, demnächst entlang der Grenze zu Polen. Im Minutentakt meldet sich der Schweinehund: Hör auf, mein Lieber. Mach ein Päuschen und schmeiß hin. Fischer fährt trotzdem weiter und teilt sich die Kräfte ein, die noch übrig sind. Sein Thema hieß „Warum Sieger langsamer starten“. Ich kenne viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die gerade genau so eine Etappe fahren.

Weitblick heißt für mich nach diesem Tag zweierlei: Daten teilen, damit wir weiter sehen als bis zur eigenen Theke. Und Kräfte einteilen, damit wir auch ankommen.


Stell dir vor,
die Zukunft
wird wunderbar
und du bist
schuld.

#Zukunft #Bäcker #Handwerk #EinfachMachen