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Copilot wird endlich zum Betriebssystem
"Früher war Copilot in Office. Jetzt sind die Office Apps in Copilot." So bringt es eine Übersicht von tood auf den Punkt, die mir diese Woche untergekommen ist.
Oben steht Copilot selbst, und der soll der zentrale Einstieg in die Arbeit werden. Chat, Cowork und die Office-Anwendungen wachsen in einer gemeinsamen Oberfläche namens Home zusammen. Eine neue App-Laufzeitumgebung erlaubt es, eigene kleine Apps zu bauen und mit anderen zu teilen. Und mit Autopilot laufen autonome Agenten im Hintergrund, jeweils mit einer eigenen Identität im System.
Darunter liegen Copilot Studio und die Power Platform. Hier will Microsoft die Leute im Fachbereich erreichen, die selbst kleine Lösungen bauen, ohne Programmierer zu sein. Copilot Studio wird die zentrale Oberfläche für KI-Prozesse. In Power Apps lassen sich Anwendungen per Vibe-Coding erstellen, ihr beschreibt also, was ihr braucht, und die KI schreibt den Code.
Für viele Betriebe im Mittelstand ist Microsoft 365 das Büro. Wer damit arbeitet, wird diese Änderungen früher oder später auf dem eigenen Bildschirm haben. Mein Tipp: Bestimmt jetzt eine Person, die sich die neuen Funktionen anschaut und den anderen zeigt, bevor sie bei allen auftauchen.
Diktieren, ohne dass die Sprache den Rechner verlässt
TypeWhisper ist ein deutsches Open-Source-Projekt. Die App macht aus gesprochener Sprache Text, auf dem Mac, unter Windows und auf dem iPhone, und zwar standardmäßig direkt auf dem Gerät. Ein Nutzerkonto braucht ihr nicht, Telemetrie gibt es nach Angaben der Entwickler keine. Cloud-Dienste für Spracherkennung und Sprachmodelle kommen nur zum Einsatz, wenn ihr sie selbst einrichtet und auswählt. Per Tastenkürzel schreibt TypeWhisper in das Textfeld, in dem ihr gerade seid, etwa im Mailprogramm oder im Browser. Für jede App oder Website könnt ihr eigene Regeln festlegen. Auf Wunsch entfernt die App Füllwörter, setzt Satzzeichen, formatiert Notizen oder übersetzt, dafür wählt ihr einen KI-Anbieter frei aus. Die App ist kostenlos.
Baustellenberichte, Mängelnotizen und Angebotstexte diktieren, ohne dass Kundendaten bei irgendeinem Dienst landen, das ist ein Einstieg, den viele kleine Betriebe suchen. Für viele ist Sprache der leichteste Weg zur Technik. Probiert es zuerst auf dem neuesten Rechner im Büro aus, bevor ihr es auf dem alten Laptop im Bauwagen installiert. 👉 https://www.typewhisper.com/de/
Fundstück: Verpackungkonfigurator per KI
Hector Rodriguez hat auf LinkedIn ein kurzes Video geteilt und selbst dazugeschrieben: "Oddly satisfying. But also useful." Zu sehen ist ein Werkzeug namens PulpLab, mit dem sich Verpackungen aus Faserguss entwerfen lassen. Das sind die Schalen aus gepresstem Zellstoff, die ihr vom Eierkarton kennt. Im Video passt sich ein Viererpack für Glühbirnen in Echtzeit an, je nachdem, wie viele Birnen hinein sollen. Am Rand stehen Fertigungswerte wie Entformungsschräge, Wandstärke und Abstand zum Produkt.
Mir gefällt daran, dass die Regeln aus der Fertigung gleich im Entwurf mitlaufen. Für Formenbauer und Verpackungshersteller im Mittelstand zeigt das, wie Konstruktion aussehen kann, wenn das Fertigungswissen schon im Programm steckt. Noch gibt es nur eine Warteliste. 👉 https://www.dayda.studio/tools-signup
🔎 Blick unter die Motorhaube
Was kostet KI wirklich? Der Kostenrechner von Dr. Oliver Gausmann
Dr. Oliver Gausmann ist in den vergangenen Wochen in Gesprächen immer wieder derselben Frage begegnet: Was kostet der Einsatz von KI wirklich, und wo macht er betriebswirtschaftlich Sinn? Je länger er sich damit beschäftigte, desto deutlicher merkte er, dass auch ihm viele Einflussfaktoren zunächst nicht klar waren.
Also hat er sich selbst einen Kostenrechner gebaut. Erst als kleine Hilfe für die eigenen Fragen, dann über Wochen und Monate Schritt für Schritt weiterentwickelt. Dabei geht es nicht nur um den Preis eines KI-Modells. Auch die Anzahl der Aufrufe, die Größe der verarbeiteten Inhalte und der Aufwand für Prüfung und Nacharbeit machen einen Unterschied. Der Rechner ist jetzt frei zugänglich und in drei Blöcke gegliedert: KI-Gebühren, Menschenzeit, Fehlerfolgen. Gausmann bittet ausdrücklich um ehrliches Feedback, was hilft, was fehlt und wo ihr euch eine andere Perspektive wünschen würdet.
Die meisten KI-Rechnungen hören bei der Lizenz auf. Im Handwerk steckt das Geld oft im Drüberschauen: Wer prüft das KI-Angebot, und was kostet es, wenn eine Position falsch drinsteht? 👉 https://olivergausmann.com/insights/ki-kostenrechner#home
🚀 KI-Startups für Handwerk & Mittelstand
Wo die KI-Startups sitzen
Das Institut der deutschen Wirtschaft hat eine interaktive Karte veröffentlicht, die zeigt, wo in Deutschland besonders viele junge Unternehmen KI entwickeln oder in bestimmten Anwendungen nutzen. Gezählt werden Startups mit KI-Bezug je 10.000 erwachsene Einwohner.
Vorn liegt der Großraum München. Der Landkreis München kommt auf 3,67, die Stadt München folgt knapp dahinter mit 3,57. Platz drei geht an Karlsruhe mit 2,90, wo das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eines der führenden universitären KI-Forschungszentren Europas ist und viele technologieorientierte Firmen Ausgründungen hervorbringen. Berlin liegt mit 2,78 auf Platz vier, hat wegen der größeren Bevölkerung aber die meisten KI-Startups insgesamt. Auf Platz fünf folgt Heidelberg, wo eine Top-Uni, Forschungseinrichtungen und KI-Unternehmen wie Aleph Alpha Gründungen begünstigen. In den Top 10 sind außerdem Düsseldorf, Heilbronn und Darmstadt. IW-Experte Klaus-Heiner Röhl fasst es so zusammen: "KI-Exzellenz ist in Deutschland nicht nur auf wenige Top-Städte konzentriert, sondern regional weiter verbreitet."
Wer auf die Karte schaut, sieht trotzdem viel Rot, also wenige KI-Startups, gerade auf großen Flächen im Norden und Osten. Schaut nach eurem eigenen Kreis. Ist er blau, lohnt sich ein Anruf beim Gründungszentrum oder bei der Hochschule in der Nähe. Ist er rot, sind Veranstaltungen wie die in Wiesbaden der bessere Weg, um an Startups heranzukommen. 👉 https://www.iwkoeln.de/presse/interaktive-grafiken/ki-startup-dichte.html
Handwerk trifft Start-ups in Wiesbaden
"Es gibt vielfältige Tools und Ideen im Markt, die Handwerksbetrieben das Leben leichter machen können", schreibt Timo Kruschwitz vom Gründungsservice, "auf der Baustelle, im Personalbereich oder bei der Büroorganisation." Deshalb sollen Startups und Handwerkerinnen und Handwerker am kommenden Mittwoch in Wiesbaden zusammenkommen. Impulse gibt es unter anderem von Adam, Aufmaster, Clawbuis, CollectX, gottlieb.digital, stafftastic GmbH, Tischlerservice Melsungen und Workcraft App. Der Anspruch laut Einladung: keine Werkschau, sondern Inspiration für die eigene tägliche Arbeit.
Wer aus der Region kommt und wissen will, was es für Baustelle und Büro gerade gibt, bekommt hier an einem Abend einen guten Querschnitt. 👉 Mittwoch, 4. November 2026, 18 bis 21 Uhr im Heimathafen, Gerichtsstraße 2, 65185 Wiesbaden. 👉 https://www.wiesbaden.de/wirtschaft/veranstaltungen-messen/veranstaltung-handwerk-trifft-start-ups
Ideathon in Aachen
Vom 13. bis 15. November, also von Freitag bis Sonntag, bringen Enactus Aachen e. V. und der RWTH Aachen University Collective Incubator 100 junge Menschen zum Ideathon zusammen. Kai Hermanns, CEO bei Qontra und Host von FounderFlow, erklärt das Format so: Es ist der intensivste Weg zu testen, wie aus einer ersten Idee in nur 48 Stunden ein echtes Startup-Konzept wird. Die Teams arbeiten an echten Challenges aus der Praxis, von der ersten Skizze bis zum fertigen Pitch. Erfahrene Gründer und Startup-Experten begleiten das ganze Wochenende als Mentoren, Essen und Verpflegung sind abgedeckt. Vorerfahrung braucht man keine, die Plätze sind auf 100 begrenzt.
Kein reines Handwerksthema, klar. Aber wenn ihr junge Leute im Betrieb oder in der Familie habt, die mit dem Gedanken ans Gründen spielen, schickt ihnen den Termin. 👉 https://www.eventbrite.com/e/enactus-aachen-x-collective-incubator-ideathon-tickets-2001043395663
Kommt gut in die neue Woche.
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